Read Ebook: Sidsel Langröckchen by Aanrud Hans Bergh Lisbeth Illustrator Michaelis Arthur Illustrator Schmidt Walther R Translator
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Ebook has 594 lines and 27513 words, and 12 pages
hte Krummhorn eine kurze Bewegung mit dem Kopf, stiess so heftig mit den H?rnern nach Sidsel, dass diese hinterr?cks zu Boden fiel, und t?nzelte dann gleichg?ltig davon.
Sidsel kam rasch wieder auf die Beine und setzte der Ziege nach. Als sie ihr aber endlich so nahe gekommen war, dass sie eben nach der Leine am Boden greifen wollte, da begann Krummhorn zu traben; sie galoppierte nicht, wie Ziegen zu tun pflegen, sie trabte wie eine Kuh oder ein Elch, trabte am Hause vor?ber und schlug die Richtung nach Svehaugen ein. Sidsel ihr nach; aber so sehr sie auch lief, holte sie sie doch nicht ein. Schliesslich stolperte sie ?ber einen Stein, fiel hin, so lang sie war, und hatte gerade noch Zeit, die Augen aufzuschlagen und Krummhorn im Trabe ?ber die Anh?he verschwinden zu sehen.
Nun blieb ihr nichts andres ?brig, als heimzulaufen und die Mutter zu holen, und dann setzten sie beide der Ziege nach. Aber das wurde ein langes Wettlaufen; erst dicht am Gatter von Svehaugen holten sie Krummhorn ein. Dort stand sie und sah gelassen durch die Zaunpf?hle; sie d?nkte sich offenbar zu gut, um, wie andre Ziegen, ?ber den Zaun hinwegzusetzen, sie, die sich einbildete, sie w?re eine Kuh.
R?nnaug war von dem langen Laufen ganz warm geworden und in Schweiss gebadet, und am Abend, als sie zu Bett gegangen waren, sagte die Mutter, sie friere so erb?rmlich. Das schien Sidsel sonderbar; denn als sie ihr Gesicht an den Hals der Mutter legte, war der so heiss wie ein gl?hender Ofen.
Am n?chsten Morgen weckte die Mutter Sidsel und bat sie, zu Kari Svehaugen hin?berzugehen und sie zu bitten, sie m?ge zu ihr kommen und nach ihr sehen, sie f?hle sich ganz elend und werde gewiss nicht aufstehen k?nnen.
Das kam Sidsel wieder seltsam vor; denn sie hatte die Mutter noch nie mit so ger?teten Wangen und mit so lebhaften Augen gesehen. Aber auf einmal kam ihr alles so verwunderlich vor, dass sie kein Wort hervorbrachte, sondern sofort aufstand, sich eilig ankleidete und davonst?rzte.
Nun kamen seltsame Tage oben im Guckausschloss. Wenn Sidsel Langr?ckchen sp?terhin an die Zeit zur?ckdachte, war es ihr, als sei es wie ein einziger schrecklich langer Tag gewesen, an dem so vielerlei geschehen war, was sie sich gar nicht recht klar machen und auseinanderhalten konnte. Alle Erinnerungen an diese Zeit waren wie Schatten, die in einem gelblich flammenden, b?sartigen Licht vor?berdr?ngten und sich jagten, und durch all dies Gewirr hindurch h?rte sie wie ein unabl?ssiges Sausen ein schweres, wehes Atemholen.
Ihr war, als k?nne sie in der Ferne Kari Svehaugen erkennen, die still herumging und im Hause und im Kuhstall alles besorgte, und sie selbst hatte gewiss mehrere Male oben im Ge?st einer Birke gesessen und Knospen gepfl?ckt. Auch Lars Svehaugen glitt rasch an ihrem Auge vor?ber, als h?tte er es furchtbar eilig. Und dann war einer gefahren gekommen, im Pelz und mit grossen, schweren Stiefeln, den alle umringten und dessen Worten sie lauschten; und mit ihm kam ein eigent?mlicher Geruch, der gleichsam die ganze Stube ausf?llte, auch noch lange, nachdem er schon wieder fort war.
Ihr war auch, als h?tte sie Kjersti Ho?l auf einem Stuhle sitzen und allerhand gute Sachen aus einem grossen Korbe auspacken sehen, und Jakob stand daneben und hatte ein grosses St?ck Rosinenkuchen in der Hand, an dem er kaute, immerfort kaute, als w?re es ihm unm?glich, den Rosinenkuchen hinunterzuw?rgen. Am deutlichsten sah sie seine Augen, sie waren so gross und seltsam gl?nzend.
Dann war sie eines Morgens in blendend grauem Tageslicht erwacht. Und von da ab sah sie alles und konnte sich auf alles ganz deutlich besinnen. Sie lag in dem kleinen Kinderbette, in dem Jakob zu liegen pflegte, als er noch zu Hause war -- sie mochte wohl alle diese N?chte darin gelegen haben -- und Kari Svehaugen beugte sich ?ber sie und sah auf sie herab. Es war ganz still; das schwere, wehe Atemholen konnte sie jetzt nicht mehr h?ren; es knisterte bloss im Feuer auf dem Herd, und ein warmer Luftstrom drang von dort herein.
Kari sagte ganz still:
Nun hat es deine Mutter gut, kleine Sidsel, so gut, wie sie es nie zuvor gehabt hat. Und deshalb sollst du auch nicht weinen.
Und Sidsel weinte auch nicht, sie stand bloss auf und ging ganz still umher den ersten Tag.
Und sp?ter gab es so viele Vorbereitungen zu etwas Feierlichem, dass sie kaum Zeit bekam, ?ber die grosse Ver?nderung nachzudenken. Lars Svehaugen kam vom Kr?mer mit so viel feinem weissem, blankem Zeug, wie sie noch nie gesehen, und dann kam eine Frau und half der Kari, das Zeug zurechtzuschneiden und ein Kissen und ein feines, weisses Kleid daraus zu n?hen, das die Mutter anhaben sollte, und auf dem weissen Kissen sollte sie liegen.
Lars Svehaugen kam wieder und begann eine neue Bettstelle f?r die Mutter zurecht zu zimmern; und gerade da kalbte Bliros, und das Kalb sollte geschlachtet werden. Und Lars brachte feine Tannenb?sche und h?mmerte ein paar an der T?r draussen fest und andre auf die Gatterpfosten und streute Tannenreisig auf den ganzen Weg bis ans Haus heran. Und allerlei Sendungen kamen, eine solche Menge guter Sachen von Kjersti Ho?l und von andern, dass Sidsel noch nie so viel Gutes gekostet hatte.
Und dann kam der Tag, an dem die Mutter zur Kirche gefahren und begraben werden sollte. Es kamen viele Menschen, und Jakob kam in neuen Kleidern aus grauem Fries und strahlte f?rmlich; und alle wurden bewirtet, und es war so still und feierlich. Sogar der Schulmeister kam in eigener Person und sang so sch?n, w?hrend Lars Svehaugen und drei andre die Mutter zur T?r hinaustrugen und auf einen Schlitten setzten. Darauf zogen sie langsam von dannen, die Anh?he hinab, der Schlitten fuhr zuerst, und alle die andern schritten still hinterdrein. Unten aber standen zwei Pferde, und sie und Jakob durften wahrhaftig neben Kjersti Ho?l selber im Schlitten sitzen und fahren.
Dann kamen sie zu der weissen Kirche; die Glocken l?uteten so sch?n oben im Turm in dem Augenblick, als sie die Mutter durch die grosse Pforte hineintrugen.
Das weitere sah sie nicht mehr ganz deutlich; aber dessen entsann sie sich noch, wie sie die Mutter in die Erde hinabsenkten und gr?ne Heidekr?nze ?ber sie streuten; darauf sang der Schulmeister wieder, und alle Mannsleute nahmen die H?te ab und hielten sie lange vors Gesicht.
Darauf gingen sie fort und fuhren wieder im Schlitten; aber diesmal fuhren sie viel schneller; es war, als liefen die Zaunpf?hle in der verkehrten Richtung mit einander um die Wette, und sie und Jakob versuchten, sie zu z?hlen, aber es ging nicht.
Und alle kamen wieder mit heim, Kjersti Ho?l auch. Daheim hatte Kari Svehaugen, die nicht mit zur Kirche gegangen war, den Tisch mit einem weissen Tischtuch gedeckt und Teller und gutes Essen aufgetragen; und alle assen und unterhielten sich, aber niemand sprach laut. Nach dem Essen nahm Sidsel Jakob mit in den Kuhstall und zeigte ihm Krummhorn. Oh ja, er musste schon zugeben, es war eine ganz sch?ne Ziege; aber eklig war die sicher, das konnte er an ihren Augen sehen. Sie waren auch am Bache, um nach seiner M?hle zu sehen, aber die war verfallen, seitdem er so lange nicht hier gewesen war.
Dann wurden sie ins Haus gerufen und alle tranken Kaffee, und als sie damit fertig waren, begann Kari alles in K?rbe einzupacken.
Als das getan war, sagte Kjersti Ho?l:
Ja, nun sind wir wohl hier fertig. Du, Sidsel kannst Krummhorn an die Leine nehmen und mit mir gehen. Das war das letzte, was ich deiner Mutter versprochen habe.
So war es zugegangen, dass Sidsel Langr?ckchen zusammen mit Kjersti Ho?l, B?r und Krummhorn bis zu dem Gatter gekommen war, und da geschah es, dass sie zur?ckblickte und dann zu weinen anfing.
Dort sah sie Kari Svehaugen einen grossen Korb am Arme tragend und Bliros an der Leine nach sich ziehend auf dem einen Wege, und weiter weg auf dem andern sah sie den R?cken von Jakob, dem sie eben die Hand gegeben und Lebewohl gesagt hatte -- er sah so merkw?rdig klein und armselig aus der Jakob -- und dort brachte Lars Svehaugen einen Tannenzweig an der T?rklinke an zum Zeichen daf?r, dass Schloss Guckaus nun leer stand, verschlossen und verriegelt.
Wenn das Vieh auf die Weide gelassen wird.
Sidsel Langr?ckchen erwachte in der kleinen Gangkammer, die unter der grossen Treppe draussen auf dem Flur in Ho?l eingebaut war. Sie schlug die Augen mit einem Mal weit auf und versuchte, sich zurechtzufinden. Sie f?hlte ein wohliges, erwartungsvolles Erbeben im ganzen K?rper, f?hlte, dass sie zu etwas Grossem, Wichtigem, etwas Neuem erwacht war, auf das sie sich ganz unvern?nftig gefreut hatte; aber sie konnte nicht sofort darauf kommen, was es war.
Es war ganz hell in der kleinen Kammer, in der bloss ein Bett und ein Stuhl standen und sonst nur noch ein kleines Wandbrett hing mit einem Spiegel dar?ber.
Die Sonne schien quer in die Stube herein durch ein paar Fensterscheiben, die hoch oben in der Wand gerade ?ber ihrem Bett angebracht waren, und zeichnete die Scheiben als zwei leuchtende gelbe Vierecke auf der Diele bei dem kleinen Ofen ab; die eine Ecke reichte weit bis zum Ofen hinauf. Sie folgte den Sonnenstrahlen mit den Augen, da traf die eine Ecke gerade auf etwas Hellgr?nes, und gleichzeitig schlug ihr ein wunderlich feiner Duft entgegen. Sie sog den Duft ein -- ja richtig -- nun besann sie sich, es waren die feinen Birkenzweige, mit denen sie gestern ihr K?mmerchen geputzt hatte; draussen war keimender, sprossender Fr?hling, und heute sollte das Vieh auf die Weide gelassen werden, und die K?lber sollten Namen kriegen; heute sollte sie erst im Ernst ihren Dienst antreten, etwas f?r sich selbst werden, Hirtin auf Ho?l.
Sie war nun schon einen ganzen Monat auf Ho?l.
Aber bisher war sie gewissermassen bloss zum Staate herumgegangen, hatte im Hause mit Kjersti herumgebastelt, Kleinholz f?r sie geholt, den Kaffee gemahlen und mit ihr geplaudert.
Die Schafe und Ziegen waren zwar bereits ins Freie gelassen, aber die durften noch ?berall hin, bloss in den Garten durften sie nicht hinein; aber den bewachte B?r. Im Kuhstall war auch nichts f?r sie zu tun; dort war ausser der Sennerin noch die Stallmagd, und die zwei besorgten alle Arbeit. Eigentlich sollte eine Hirtin ja freilich melken k?nnen; aber sie meinten, Sidsel solle damit noch ein Jahr warten; sie habe noch zu kleine H?nde, um K?he zu melken. Und gar oft sass sie und mass ihre Hand und zog an den Fingern und fragte die Sennerin, ob sie nicht ihre H?nde schon sehr gross f?nde; die Sennerin aber hatte gewiss schlechte Augen, denn sie konnte das gar nicht finden.
Krummhorn h?tte sie ja eigentlich selber warten sollen, das meinte auch Kjersti, aber daraus wurde auch nichts. Denn die Ziege war so ganz unlenksam geworden, dass sie mitunter meinten, sie w?re geradezu verr?ckt. Im Ziegenstall ging sie von der einen Wand zur andern, sprang auf die andern Ziegen und die Schafe ein, dass es bloss so in deren Hinterbeinen krachte -- zu guterletzt mussten sie Krummhorn an der Wand festbinden und auch dann noch die Leine ganz kurz machen. Und im Stall wollte sie sich ?berhaupt nicht melken lassen. Als Sidsel es das erste Mal versuchte, machte die Ziege einen m?chtigen Satz und schlug so heftig mit den Hinterbeinen aus, dass Sidsel nach der einen und der Melkeimer nach der andern Seite rollten. Daraufhin musste die Sennerin selber die Ziege melken; aber auch da konnte es bloss mit Anwendung von Gewalt geschehen, und ein Zweites musste Krummhorn an den H?rnern festhalten.
Und kam sie vollends ins Freie, so war sie nicht zu bewegen, den andern Ziegen auf den Anger hinauf zu folgen, um Futter zu suchen, frech stellte sie sich an der T?r zum Kuhstall auf, und hier stand sie unbeweglich den ganzen, geschlagnen Tag -- und br?llen tat sie, wie eine Kuh, sagte der Knecht -- so dass sie am Abend, wenn die andern satt und vollgefressen heimkehrten, mager und hungrig wie ein Wolf war.
Sidsel meinte zwar, wenn sie einen Stand im Kuhstall kriegte, so w?rde sie schon wieder vern?nftig werden; aber dazu sagten Kjersti wie die Sennerin nein -- eine Ziege d?rfe nicht solche schlechte Angewohnheit gelehrt bekommen.
Sidsel hatte deshalb nicht weiter viel zu tun gehabt; das Einzige, wozu Kjersti sie angestellt hatte, war, ihr K?mmerchen h?bsch in Ordnung zu halten, und das hatte sie auch immer getan. Jeden Morgen machte sie selbst ihr Bett, und jeden Sonnabend scheuerte sie den Fussboden und das Wandbrett und streute Wachholder. Und letzten Sonnabend war denn auch Kjersti gekommen, hatte zu ihr hereingeguckt und gesagt, sie hielte ihre Schlafkammer ordentlicher und sauberer als die erwachsnen M?gde; und das war nicht gelogen, das hatte sie selber gesehen.
Nun sollte es aber anders werden. Gestern abend war Kjersti zu ihr gekommen und hatte gesagt, heute fr?h sollte das Vieh auf die Weide gelassen werden, und da m?sse sie mit dabei sein; sp?terhin am Tage sollten die K?lber zum ersten Mal ins Freie kommen, und die m?sse sie wenigstens den ersten halben Tag h?ten, und weiterhin solle sie ihnen Namen geben, Namen, die sie auch f?r sp?ter behalten sollten, bis sie grosse, alte K?he w?rden. Am n?chsten Tage dann sollte sie den Ranzen aufgeschnallt kriegen und mit den Schafen und Ziegen in den Wald ziehen. Denn nun ging es nicht l?nger an, die Tiere noch auf dem Anger grasen zu lassen.
Jetzt besann sie sich auch; diese Namen waren es gewesen, ?ber die sie gestern abend im Bett nachgedacht hatte; aber noch war sie damit nicht weiter gekommen, als dar?ber nachzudenken, ob nicht die feine rotbraune, die mit dem grossen, weissen Fleck am Kopfe und mit den sanften, gutm?tigen Augen, Bliros heissen sollte.
Aber sie hatte den Gedanken bald aufgegeben. Es war doch nur eine einzige Kuh, die Bliros heissen konnte. Ach, sie mochte am liebsten gar nicht daran denken. Und dar?ber war sie eingeschlummert.
Wenn sie es nur nicht verschliefe! Denn sie hatte Kjersti sagen h?ren, sie k?nne es nicht ausstehen, wenn die M?gde am Morgen so lange liegen blieben und die Zeit vertr?delten -- und es w?re ja auch keine Art gewesen, wenn sie gerade heute, wo sie im vollen Ernst den Dienst beginnen sollte, nicht ebenso fr?h zur Stelle gewesen w?re wie die andern.
Sie kam rasch aus den Federn und schl?pfte in ihren langen Rock. Dann machte sie schnell ihr Bett, ?ffnete die T?r, ging in den Flur und auf die Treppe hinaus.
Die Sonne war eben im Osten ?ber den obersten Tannenwipfeln auf der Halde emporgekommen und brauste nun wie ein sch?umender Wasserfall ?ber die Talr?nder nieder; die Sonnenstrahlen zitterten im Tau auf den Wiesen und Halden; es blinkte im Gelben, es glitzerte im Gr?nen, es blitzte in den B?chen, die talabw?rts rauschten. Aus jedem Geb?sch kam ein lustiges Zwitschern und Piepsen, ein unaufh?rliches Schw?tzen und Fl?gelschlagen, von allerorten kam die frohe Kunde keimenden Lebens und Treibens.
Alles vermischte sich zu einem einzigen, m?chtigen Morgenbrausen, in dem der einzelne Laut verschwand, nur der Kuckuck rief hoch oben im Birkenw?ldchen auf der Halde so laut, dass man ihn ?ber alles hinweg h?rte, und in jedem blanken Fenster stand ein grosses, ruhiges Sonnenauge.
Und wie es Tausenderlei verschiedene Arten Laute gab, so gab es tausend verschiedene D?fte, von der dampfenden Erde, von sprossendem Gras, von Knospen und Bl?ten, und durch das Ganze drang -- wie der Ruf des Kuckucks in dem grossen Gebrause -- der feine, scharfe, bet?ubende Brodem des eben aufgesprungenen Birkenlaubs.
Sidsel Langr?ckchen blieb eine Weile stehen, holte tief Atem und liess den Duft und das Brausen auf sich eindringen. Dann sah sie sich auf dem Hofe um. Es war noch ganz still, alle T?ren waren noch geschlossen; von lebenden Wesen, die zum Hof geh?rten, war nur B?r zu sehen, der sich langsam von den Steinfliesen erhob, wo er sichs in der Sonne bequem gemacht hatte; er kam heran, sah zu ihr auf und wedelte mit dem Schwanze.
Ja wahrhaftig, sie war heute die Erste, die auf dem Hofe auf war!
Nun, da musste sie eben warten. Sie setzte sich auf die Treppe.
Aber nein, das h?tte sie sich doch denken k?nnen -- nat?rlich war Kjersti schon auf; sie h?rte sie aus ihrer Kammer in die K?che gehen und mit dem Stecken dreimal an die Decke zur S?dkammer pochen, in der die andern M?gde schliefen.
Gleich darauf h?rte sie plumps, plumps, wie eine nach der andern aus dem Bette sprang, und das Klappern der Holzschuhe, die sie anzogen.
Dann kam Kjersti heraus -- sie wollte nach der Knechtekammer hin?ber, um die Burschen zu wecken.
Als sie Sidsel sah, sagte sie:
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